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ESG PRO

Gemeinsam statt einsam 

Die Aufwertung der Quartiere durch städtebauliche und energiewirtschaftliche Erneuerung
stellt eine zentrale Aufgabe für die nächsten Jahre dar. Altbestände leiden oftmals unter
Modernisierungsrückstau und Leerständen, aber auch bei innerstädtischen Quartieren ist eine
wohnungswirtschaftliche Stagnation zu beobachten. Die Entwicklungspotentiale für den Wert
einer Immobilie lassen sich durch den einzelnen Eigentümer zunächst nicht ohne Weiteres
beeinflussen. Viele Probleme im Quartier lassen sich aber schon durch kleinere, gemeinsame
oder zumindest aufeinander abgestimmte Massnahmen und Investitionen lösen. Für die
Bewältigung der verschiedenen, im Einzelnen sehr differenzierten Herausforderungen wird
die Aktivierung und Zusammenarbeit von Eigentümern immer wichtiger.


In Form von Eigentümerstandortgemeinschaften (ESG) können die unterschiedlichen Akteure
mit kooperativen Lösungsansätzen die oftmals komplexen Probleme gemeinsam angehen.
Unter Eigentümerstandortgemeinschaften versteht man einen freiwilligen Zusammenschluss
von Eigentümern benachbarter Immobilien mit dem Ziel, durch gemeinsame Aktivitäten oder
Massnahmen die Verwertungschancen ihrer Objekte zu verbessern. Dabei kann die ganze
Vielfalt an sinnvoller Massnahmen zur Anwendung kommen (baulich, sozial,
Marketing/Image etc.). Die ESG löst sich dabei ein Stück weit aus der einzelwirtschaftlichen
Betrachtung des Einzeleigentümers (Rentabilität des individuellen Immobilieneigentums), um
gemeinschaftlich die Quartiersrentabilität und energetische Optimierung zu bewerkstelligen.
Die Einflussmöglichkeit beschränkt sich somit also nicht nur auf das eigene Grundstück,
sondern wird auf das gesamte Wohnumfeld erweitert. Zusammen können mehr Probleme
angegangen werden, wie z.B. das negative Image eines Stadtteils, verwahrloste
Schlüsselimmobilien in zentraler Lage oder ungeordnete Blockinnenbereiche.

 

Die zentralen Grundsätze und Merkmale einer ESG wurden in deiner ESG Charta
zusammengefasst:

  • ESG sind freiwillige, selbstverfasste Zusammenschlüsse von Immobilieneigentümern.

  • Die gemeinsamen Interessen der Immobilieneigentümer stehen im Mittelpunkt der

  • Arbeit der ESG.

  • Die Eigentümer selbst sind die Hauptakteure und arbeiten aktiv mit.

  • Die Zusammenarbeit in einer ESG ist ein ergebnisoffener Willensbildungsprozess.

  • Die ESG trifft ihre Entscheidungen autonom. Die Entwicklung von Zielen, Handlungsfeldern und konkreten Massnahmen erfolgt durch die Eigentümer selbst und ggf. mit fachlicher Unterstützung durch Experten.

  • Die Eigentümer setzen selbst – ggf. unterstützt durch externe Akteure und die Stadt - die gemeinsam beschlossenen Massnahmen um.

  • Die Form der Zusammenarbeit einer ESG ist grundsätzliche offen. Sie kann sich je nach Aufgabenart und Prozessfortschritt ändern. Sinnvoll ist aber eine Formalisierung.

 

Das Ziel von EG PRO Schweiz ist, die energetische Optimierung und thermische Sanierung
unter Einsatz der innovativsten Gebäudetechnologien so voranzutreiben, dass fossile
Energieträger und damit CO2 Emissionen aus dem Gebäudepark verdrängt, der
Energieverbrauch generell gesenkt und die benötigte Energie möglichst dezentral erzeugt
wird, um die Netze zu entlasten.

Des Weiteren stehen aufgrund der freiwerdenden finanziellen Ressourcen durch
Kosteneinsparungen den umsetzenden Gebäudeoptimierern und den Eigentümern der
Immobilien zur Verfügung. Es erfolgt eine Aufwertung der Objekte und eine steigende
Rendite der Gebäudebewirtschaftung, weil die Eigentümer einen Teil der freiwerdenden

Wertschöpfung für sich in Anspruch nehmen können.
Es gilt ein Pilotprojekt so auszuführen, dass es skalierbar wird und in vielen Regionen,
Kantonen und Städten umgesetzt wird. Dafür ist es wichtig, dass die Ertragsvorteile der
Eigentümer transparent herausgearbeitet werden und entsprechend offen kommuniziert
werden.